Kompaktes Nachschlagewerk zu den wichtigsten Terpenen in Cannabis — von Myrcen bis Humulen.
Myrcen
Aroma: Erdig, krautig, moschusartig · Quellen: Mango, Hopfen, Zitronengras, Thymian, Lorbeer
Myrcen ist das dominante Terpen in den meisten Cannabis-Sorten und macht oft über 20% des Terpenprofils aus. Es ist verantwortlich für den erdigen, krautigen Grundton vieler Strains. Studien zeigen, dass Myrcen synergistisch mit Cannabinoiden wirkt und deren Aufnahme im Körper verbessern kann — ein Phänomen bekannt als der 'Entourage-Effekt'. In der Aromatherapie wird Myrcen für seine beruhigenden Eigenschaften geschätzt.
Limonen
Aroma: Zitrus, frisch, fruchtig · Quellen: Zitrone, Orange, Grapefruit, Wacholder, Rosmarin
Limonen verleiht Cannabis-Sorten ihr charakteristisches Zitrusaroma und ist nach Myrcen das zweithäufigste Terpen. Es wird seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde eingesetzt. Forschungen deuten darauf hin, dass Limonen die Serotonin- und Dopaminspiegel beeinflussen kann, was seine stimmungsaufhellende Wirkung erklärt. In der Lebensmittelindustrie ist es als natürliches Aroma und Konservierungsmittel weit verbreitet.
Linalool
Aroma: Blumig, lavendelartig, süß · Quellen: Lavendel, Basilikum, Koriander, Zimt, Birke
Linalool ist das Terpen, das Lavendel seinen charakteristischen Duft verleiht. In Cannabis-Sorten sorgt es für blumige, süße Noten. Linalool wird in der Aromatherapie für seine angstlösenden und beruhigenden Eigenschaften verwendet. Studien zeigen, dass es das Nervensystem beruhigen und Stressreaktionen reduzieren kann. Es findet sich in über 200 Pflanzenarten.
Pinen
Aroma: Kiefer, frisch, waldig · Quellen: Kiefer, Rosmarin, Dill, Basilikum, Eukalyptus
Pinen ist das am weitesten verbreitete Terpen in der Natur und verantwortlich für den frischen Duft von Kiefernwäldern. In Cannabis kann es die durch THC verursachte Kurzzeitgedächtnisstörung abschwächen. Alpha-Pinen fördert die Wachheit und Konzentration, während Beta-Pinen eher beruhigend wirkt. Traditionell wird es in der chinesischen Medizin als Bronchodilatator eingesetzt.
Caryophyllen
Aroma: Würzig, pfeffrig, holzig · Quellen: Schwarzer Pfeffer, Nelken, Zimt, Oregano, Hopfen
Beta-Caryophyllen ist einzigartig unter den Terpenen, da es direkt an CB2-Cannabinoid-Rezeptoren binden kann — es wirkt also technisch wie ein Cannabinoid. Dies macht es besonders interessant für entzündungshemmende Anwendungen. Sein würziges, pfeffriges Aroma ist ein wichtiger Bestandteil des 'Dank'-Geruchs vieler Cannabis-Sorten.
Humulen
Aroma: Erdig, holzig, hopfig · Quellen: Hopfen, Koriander, Basilikum, Salbei, Ginseng
Humulen (Alpha-Caryophyllen) ist eng verwandt mit Beta-Caryophyllen und teilt seine entzündungshemmenden Eigenschaften. Es ist das Terpen, das Hopfen seinen charakteristischen Duft verleiht und somit ein wesentlicher Bestandteil des Bieraromas. Im Gegensatz zu vielen anderen Cannabis-Terpenen kann Humulen den Appetit zügeln, was es für gewisse Anwendungen interessant macht.
Terpinolen
Aroma: Blumig, krautig, zitrusartig · Quellen: Teebaum, Muskatnuss, Kreuzkümmel, Flieder, Äpfel
Terpinolen hat ein ungewöhnlich komplexes Aromaprofil — gleichzeitig blumig, krautig und leicht zitrusartig. Es kommt selten als dominantes Terpen vor, trägt aber in vielen Sorten zum Gesamtaroma bei. Studien deuten auf antioxidative und leicht sedierende Eigenschaften hin. In Strains wie Jack Herer und Dutch Treat ist es stärker vertreten.
Ocimen
Aroma: Süß, krautig, holzig · Quellen: Basilikum, Petersilie, Mango, Orchidee, Minze
Ocimen ist ein süß duftendes Terpen, das in vielen Pflanzen als natürlicher Abwehrstoff gegen Schädlinge dient. In Cannabis-Sorten trägt es zu süßen, krautigen Noten bei. Forschungen zeigen antivirale und antimykotische Eigenschaften. Es kommt häufig in Sativa-dominanten Sorten vor und wird mit energetisierenden Effekten assoziiert.